Weiterbau der A 49 beeinflusst auch Langes Feld in Kassel

Der Weiterbau der Autobahn A 49 als Lückenschluss im Netz der Bundesfernstraßen wird von der Stadt Kassel begrüßt und vorbehaltlos befürwortet, erklärte Stadtrat Dr. Joachim Lohse. Mit dem künftigen Anschluss werde die Erreichbarkeit des Oberzentrums Kassel verbessert. Emissionen, insbesondere durch den Schwerverkehr, würden wegen der deutlich kürzeren Steigungsstrecken gegenüber der Autobahn A 7 verringert. Weitere Rückgänge von sogenannten Schadgasen, so Dr. Lohse, seien allerdings erst nach Vollendung des letzten Teilstücks der A 49 zu erwarten.

Dem Magistrat sei es im Interesse der Kasseler Bürgerinnen und Bürger ein Anliegen, die negativen Auswirkungen des anwachsenden Schwerverkehrs auf die Lebensqualität der Menschen auf ein unabwendbares Minimum zu verringern. Daher werde die Stadt bei einem vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen anberaumten Termin am kommenden Donnerstag zum sechsstreifigen Ausbau der A 44 vom Kreuz Kassel-West bis zum Dreieck Kassel-Süd einschließlich des Abbruchs und des Neubaus der Bergshäuser Brücke auf Entlastungen hinwirken. Die Verbindungsrampen von der A 44 zur A 49 in beiden Richtungen müssten aus Sicht der Stadt Kassel so gebaut werden, dass diese Strecke für den Schwerlastverkehr künftig deutlich attraktiver sei, als die Südtangente zu nutzen. Dies könne durch schwerverkehrsgerechte und großzügige Gestaltung der Verbindungsrampen erfolgen. Dazu gehöre auch eine entsprechende Beschilderung der Fernziele sowie der Einsatz dynamischer auf den Verkehrsanfall reagierender Leitsysteme.

Es müssten darüber hinaus ausreichende Kapazitäten geschaffen werden, um eine Verkehrsentlastung der Südtangente zu erreichen, meinte Dr. Lohse. Neben den genannten Vorhaben gehöre auch der sechsstreifige Ausbau der A 44 dazu. Vor dem Weiterbau der A 49 mit Anschluss an die A 5 werde der sechsstreifige Ausbau der A 44 abgeschlossen sein. Dadurch werde die A 44 zu einer höchst leistungsfähigen Autobahn. Es sei davon auszugehen, dass die Durchgangsverkehre, die von der A 7 kommen beziehungsweise auf der A 7 weiterfahren wollten, diese gut ausgebaute staufreie Strecke auf der A 44 der belasteten A 49 vorziehen würden.

Die Stadt werde sich gegenüber dem Bund dafür einsetzen, dass der Lärmschutz entlang der A 49 im Bereich der Südtangente verbessert werde, um die in den angrenzenden Wohngebieten wohnenden Menschen stärker vor dem Lärm zu schützen, kündigte der Stadtrat an. Gerade für die Bürgerinnen und Bürger Kassels, die ihr Zuhause in den der Südtangente nahegelegenen Wohngebieten hätten, sei das Thema Schallschutz von zentraler Bedeutung. Eine Informationsveranstaltung zur Entwicklung des Gewerbegebietes Langes Feld Ende September habe deutlich gemacht, dass in den Stadtteilen Ober- und Niederzwehren zusätzliche Verkehrsbelastungen und damit ein Ansteigen des Lärms befürchtet werde.

Nach neuesten Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Langen Feld und der Annahme eines Lückenschlusses sei mit einer Zunahme des Verkehrs südlich des Autobahnkreuzes Kassel-West von rund 20.000 Fahrzeugen pro Tag auszugehen. In dieser Zahl sei auch das durch das Gewerbegebiet Langes Feld entstehende Verkehrsaufkommen enthalten, so Dr. Lohse. Die Verkehrsuntersuchung zum Gewerbegebiet Langes Feld habe ergeben, dass etwa 75 Prozent des sogenannten Gewerbegebietsverkehrs (rund 8.700 Fahrzeuge pro Tag) auf der A 49 zwischen der Anschlussstelle Kassel-Niederzwehren und der Anschlussstelle Kassel-Auestadion abgewickelt würden. Die Belastungen im angrenzenden Straßennetz von Niederzwehren erhöhten sich jedoch bei weitem nicht so stark. Nach der Verkehrsuntersuchung würden auf der Frankfurter Straße ab Anschlussstelle Kassel-Niederzwehren insgesamt 8.300 Fahrzeuge in 24 Stunden, also 1.200 Fahrzeuge mehr als bisher, unterwegs sein.

Kategorie: Informationen

Kommentieren Sie diesen Artikel

Sagen Sie was Sie denken...
Wenn Sie ein Bild von sich dem Kommentar hinzufügen wollen, brauchen Sie einen Gravatar!