Vellmar sagt Hessentag ab

Wie soeben bekannt wurde, sagt die Stadt Vellmar mit großer Warscheinlichkeit die Ausrichtung des kommenden Hessentages ab. Als Grund nennt sie die in der aktuellen Finanzsituation nicht zu schulternden Kosten des Festes und den fehlenden Rückhalt aller Parteien.

Kommentar

Eine richtige Euphorie war ohnehin in Vellmar nicht zu spüren. Die Ankündigungen etwa auf der grausamen Stadt-Webseite hielten sich in sehr engen Grenzen. Andererseit finde ich es nur konsequent, den sonst schon im Minus geführten Stadt-Haushalt nicht auf viele Jahre mit einem weiteren Defizit zu belasten. Somit ist das „rechtzeitige“ Absagen der einzig logische Schritt und der Beweis für Rückrat und Realismus.


Nach der angekündigten Absage des Hessentags 2013 durch die Ausrichterstadt Vellmar fordert die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN von der Landesregierung, endlich ein neues Konzept für die Durchführung dieses Landesfestes vorzulegen. Der Bürgermeister von Vellmar begründet seine Absicht damit, eine jahrelange finanzielle Krise für die Kleinstadt nach Durchführung des „Hessentags“ zu befürchten. Die Stadtverordnetenversammlung von Vellmar muss noch darüber entscheiden. Aus finanziellen Gründen hatte schon Alsfeld 2007 darauf verzichtet, dieses Großereignis auszurichten.

„Die aktuelle Absage zeigt, dass viele Städte und Gemeinden zunehmend mit der Ausrichtung des Hessentags finanziell überfordert sind. Wir brauchen dringend ein anderes Konzept, aber die Landesregierung macht keine Anstalten, etwas zu unternehmen. Die Absage zu bedauern, ist zu wenig“, kritisiert die finanzpolitische Sprecherin der GRÜNEN, Sigrid Erfurth. DIE GRÜNEN verweisen darauf, dass sie sich in ihrem Konzept „Hessen tritt auf die Schuldenbremse“ auch mit der zukünftigen Durchführung dieses Festes beschäftigten. Sie schlagen eine Neukonzeption und die Durchführung in einem zweijährigen Rhythmus vor.

Nach einer Kleinen Anfrage des Abgeordneten der GRÜNEN, Frank Kaufmann, kostete die Durchführung des „Hessentags“ in Langenselbold im Jahr 2009 allein die Landesregierung 3,3 Millionen Euro für die Durchführung, 5,7 Millionen Investitionszuschüsse aus Landesmitteln und 2,9 Millionen Investitionszuschüsse aus dem kommunalen Finanzausgleich. „Dazu kommt noch das Defizit der Stadt, die den Hessentag ausrichtet. In diesen Zeiten, in denen Land, Städte und Gemeinden mit jedem Cent rechnen müssen ist so ein großes Fest für viele Kommunen einfach nicht mehr zu bewältigen. Die Landesregierung hat weder ein Konzept für die kommunalen Finanzen noch für eine Neuausrichtung des Hessentags. Wir brauchen auch hier endlich einen Neuanfang, in einem ersten Schritt durch einen zweijährigen Rhythmus, langfristig durch eine inhaltliche Neukonzeption. Der Hessentag, der zunehmend eine Massenveranstaltung mit entsprechendem Infrastrukturbedarf und Kosten geworden ist, muss sich neu erfinden“, so Sigrid Erfurth.

Kategorie: Informationen

Kommentieren Sie diesen Artikel

Sagen Sie was Sie denken...
Wenn Sie ein Bild von sich dem Kommentar hinzufügen wollen, brauchen Sie einen Gravatar!