Tag des offenen Denkmals in Kassel am 13. September 2009
Orte vielfältiger Genüsse werden am 13. September zum Tag des offenen Denkmals ihre Türen öffnen. Auch in Kassel bietet sich den Besuchern ein breites Spektrum der unterschiedlichsten Möglichkeiten, den Tag in und mit Denkmälern zu verbringen.
Das „Mark-Hotel Hessenland” lädt die Besucher ein, im Ambiente des von Paul Bode geschaffenen Foyers und seiner Galerie in die 50er Jahre des vorherigen Jahrhunderts mit Kaffe und Kuchen und zeitgemäßer Bar- und Jazzmusik der Musikakademie Kassel, zu genießen. Das „Hessenland”, das inzwischen vom „Parkhotel” zum „Mark-Hotel” geworden ist, bietet auch Führungen durch das Hotel an, mit einer Besonderheit: Eines der Zimmer ist im Stile der 50er Jahre eingerichtet und erfreut sich bei Kennern und den Besuchern nicht nur der documenta größter Beliebtheit. Eine Überraschung, die sich die Mitarbeiterinnen des Hotels für die Besucher ausgedacht haben, wollen sie allerdings noch nicht verraten.
Das Gloria-Kino ist das älteste erhaltene Kino in Kassel. Wer das unscheinbare 50er Jahregebäude von außen sieht, hat keine Vorstellung von der wunderschön detailierten Innenraumgestaltung des Kinosaals. Nach der Zerstörung Kassels, dem auch das Haus Jordanstraße 4 des Bauunternehmers Georg Rüdiger zum Opfer fiel, lies dieser 1953/54 ein Bürohaus mit Filmtheater bauen. Der Architekt war Ernst Flemming aus Bad Hersfeld, der mit viel Detailliebe und ausgefeilter Raumkonzeption das Gloria-Filmtheater konzipierte. Nur die ursprünglich 640 Sitze wurden in den 80er Jahren erneuert und auf bequemere, der sonstigen Ausstattung angepasste 340 reduziert, die Wandbespannung und der Vorhang wurden im Stil der Bauzeit sensibel erneuert. Trotzdem fühlen sich die Kinobesucher heute noch in die Aufbaujahre nach dem Zweiten Weltkrieg zurückversetzt. Am Tag des offene Denkmals können die Besucher ab 14 Uhr etwas über die Geschichte dieses Kinos erfahren, um anschließend Heinz Erhardt und Trude Herr auf ihren rasanten Fahrschulfahrten durch Kassel begleiten: „Immer die Autofahrer” wird gezeigt.
Vor dem Regierungspräsidium werden ab 11.30 Uhr 3000 Menschen gebraucht, die mit gelben Luftballons bei der Aktion „Luftschloss” das abgebrannte Kasseler Stadtschloss nachbilden, damit Stadtgeschichte sichtbar machen und in den hoffentlich blauen Himmel über Kassel steigen lassen.
Professor Dr. Gerd Weiß, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen sagte: „Kassel hat viele Gesichter. Im Zuge des Welterbeantrages für den Bergpark Wilhelmshöhe und den Herkules steht derzeit das barocke Erscheinungsbild der Stadt und ihrer Parkanlagen im Vordergrund. Ich freue mich deshalb ganz besonders, dass zum Tag des offenen Denkmals nun auch wichtige Denkmäler der 50er Jahre gezeigt werden, die die bislang kaum beachtete Zeit der Stadt nach dem zweiten Weltkrieg dokumentieren. Höchtes Lob gebührt der studentischen Initiative zur Sichtbarmachung des Kasseler Stadtschlosses durch Luftballons. Ein derartig engagierter Event ist nicht nur gemeinschaftsfördernd und kommunikativ, sondern zeigt auf phantasievolle Weise auch, dass die Geschichte der Stadt und ihrer Bauwerke im Gedächtnis der Menschen weiter besteht, auch wenn die Zeugnisse früherer Epochen längst verschwunden sind.”
Das Haus der Jugend öffnet von 10 bis 18 Uhr die Reste der Kasematten des ehemaligen Kastells mit Führungen um 10, 12, 14.30 und 17.30 Uhr, um 14 Uhr findet ein Gitarrenkonzert statt. In der Zeughausruine in der Artilleriestraße besteht die Möglichkeit die fast abgeschlossene Sanierung der Ruine und die neu eingebaute Cafeteria von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen
Die Thomaskirche in Oberzwehren ist von 9.30 Uhr, Gottesdienst um 10 Uhr, bis 17 Uhr mit ihrem Thomaskirchentag zu bewundern.
Die Klosterkirche Nordshausen kann nach dem Gottesdienst um 10 Uhr den ganzen Tag besichtigt werden und wer dann noch nicht genug hat, der kann noch ein Konzert barocker Gitarrenmusik genießen.
Von 9 bis 17 Uhr, Gottesdienst ist um 10 Uhr, kann die Martinskirche besichtigt werden. Führungen werden um 11.30, 15 und 17 Uhr angeboten.
Den Kasseler Jugendstil im Kirchenbau kann man in der Christuskirche, Baunsbergstraße 11 von 9.30, um 10 Uhr ist Gottesdienst, bis 12 Uhr bewundern.
Am Frohnhof in Niederzwehren öffnet die Matthäuskirche ab 9 bis 18 Uhr ihre Türen. Gottesdienst ist um 10 Uhr, der Abendsegen um 18 Uhr.
Keine Kirche mehr ist die Alte Brüderkirche, das älteste erhaltene Bauwerk Kassel ist keine Kirche mehr sondern ein ort zeitgemäßer Genüsse kulinarischer und kultureller Art. Sie ist von 14 bis 19.30 Uhr geöffnet und bietet um 18 Uhr den musikalischen Genuss „achtmal Alte Brüderkirche”.
Führungen nach Bedarf und eine Ausstellung im Turmzimmer kann man im Turm der Lutherkirche am Lutherplatz von 12 bis 18 Uhr genießen.
Die Löwenburg mit ihrer Kapelle kann von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.
Im Kirchflügel des Schlosses Wilhelmshöhe kann die 1793 geweiht Schlosskapelle von 14.30 bis 17.30 Uhr besichtig werden. Um 15 Uhr findet ein Gottesdienst und um 16.30 Uhr ein Lautenkonzert statt.
Im Schlosspark finden mehrere Führungen statt: 11 und 12.30 Uhr „Genusswandeln auf den Spuren von Landgraf Karl” (Treffpunkt Schloss), 10.30 und 15.30 Uhr „Ritterromantik rund um die Löwenburg” (Treffpunkt Löwenburg), 14 Uhr „Wasserkünste” (Treffpunkt Kassenhaus Herkules). Anmeldung erbeten unter der Telefonnumer 05 61/70 77 07.
