Fragen und Antworten zur Fuldapromenade in Kassel

Warum soll es eine Fuldapromenade geben?

Schon lange gibt es in Kassel Überlegungen, einen Weg direkt entlang der Fulda zu führen. Immer wieder äußerten Kasseler Bürgerinnen und Bürger den Wunsch, dass die Fulda mehr an die Stadt rücken und es einen freien Zugang zum Wasser für alle geben sollte, so wie es in vielen anderen Städten und Bundesländern der Fall ist.

Vor rund 30 Jahren – zur 2. Kasseler Bundesgartenschau 1981 – wurden diese Überlegungen konkreter und Teil des Planungskonzepts der Gartenschau. Unter dem Slogan „Stadt am Fluss“ wurde der Gedanke danach immer wieder von verschiedenen documenta-Teilnehmern und der Kommunalpolitik aufgenommen, ohne dass es die Möglichkeit gab, diesen Wunsch des größten Teils der Kasseler Bevölkerung zu verwirklichen.

Erst vor zwei Jahren eröffnete sich die Chance, den langgehegten Wunsch umzusetzen. Das Land wollte die Pachtverhältnisse an den Fuldagrundstücken neu ordnen und war bereit, der Stadt einen Uferstreifen zu verkaufen.

Wie sind die Wassersport treibenden Vereine beteiligt worden?

Bereits im November 2007 gab es im Kasseler Rathaus eine Informationsveranstaltung für alle Vereine, die an der Fulda Bootshäuser haben. Dabei wurden die Überlegungen, entlang der Fulda einen Weg – ob als kombinierter Fuß-/Radweg oder nur als Fußweg war noch offen – zu führen, vorgestellt. Schon damals bot die Stadt den Vereinen eine enge Zusammenarbeit auf dem Weg zur Verwirklichung des Vorhabens an. So schlug die Stadt den Vereinsvertretern vor, sich gemeinsam in anderen Städten zu informieren, wie und ob das Nebeneinander von Vereinsnutzungen und öffentlichen Wegen problemlos funktioniert.

Das lehnten die Vereinsvertreter ab, da sie sich davon keine neuen Erkenntnisse versprachen.

Trotz ihrer ablehnenden Haltung arbeiteten die Vereine konstruktiv mit der Stadt zusammen und blieben so mit der Stadt im Gespräch. Die Stadt machte zahlreiche Konzessionen, die den Bedenken der Vereine Rechnung trugen. So wurde auf die Anlage eines kombinierten Rad- und Fußweges verzichtet. Es wurde nur noch eine Promenade für Fußgänger geplant. Die Stadt erklärte sich ferner bereit, die Kosten für den Bau von Zäunen – sofern gewünscht – zwischen den Vereinsgeländen und dem Weg ebenso zu übernehmen wie das Eigentum an den Stegen. Außerdem verzichtete die Stadt auf die Fortführung des Weges jenseits der Damaschkebrücke.

Was haben die städtischen Gremien beschlossen?

Der städtische Grundstücksausschuss hat vor einem Jahr – am 11. März 2008 – einstimmig den Ankauf der für den Weg entlang der Fulda benötigten Grundstücksflächen beschlossen. Über diesen Beschluss wurden die Vereine Ende März 2008 von der Stadt informiert.

Am 29. September 2008 beschloss die Stadtverordnetenversammlung mit Mehrheit das Konzept zum Bau der Promenade mit einem Fußweg entlang der Fulda und einem kombinierten Rad-/Fußweg entlang des Auedamms.

Kann sich die Stadt eigentlich die Promenade leisten?

Die Promenade kostet 900.000 Euro, wäre aber wegen der möglichen Bundeszuschüsse um 700.000 Euro günstiger für die Stadt geworden, wenn es einen kombinierten Rad-/Fußweg entlang der Fulda geben würde. Auf die Verwirklichung des Kombiwegs hat die Stadt aber mit Blick auf die Vereinsnutzungen verzichtet.

Die Vertreter der Kasseler Schulen verweisen in diesem Zusammenhang auf den Sanierungsbedarf in den Schulgebäuden. Aber allein 2009 und 2010 investiert die Stadt rund 60 Millionen Euro in die Kasseler Schulen.

Beeinträchtigt die Promenade die Vereine?

Ja, sicherlich. Der exklusive, unmittelbare Zugang zur Fulda ist für die Vereine wegen des öffentlichen Weges nicht mehr vorhanden: Aber in anderen Städten funktioniert das Nebeneinander von Vereins- und öffentlicher Nutzung problemlos. Es können sich sogar neue Entwicklungschancen für die Vereine ergeben, indem diese neue Vereinsmitglieder werben, weil diese Interesse am Wassersport finden, wenn sie Kanuten und Ruderer beim Training vom Ufer aus beobachten oder als Regatta-Zuschauer komfortabel direkt vom Fuldaweg aus die Wettbewerbe verfolgen können. Und auch die Vereinsgastronomie profitiert von dem neuen Weg.

Wie fördert die Stadt die Schulrudervereine?

Die Stadt fördert in großem Umfang finanziell die Schulrudervereine. So übernimmt sie beispielsweise die Pacht und die Grundsteuer. In den Genuss dieser Förderung kommt jetzt auch der Schulruderverein der Engelsburg, die als Privatschule damit die gleiche Förderung wie die anderen Schulvereine erfährt.

Ist der Bau der Promenade genehmigt?

Ja, nachdem die Stadtverordnetenversammlung ihr positives Votum bereits im September 2008 abgegeben hat, liegt jetzt auch die Genehmigung des Regierungspräsidiums vor. Mit dem Land wurde mittlerweile ein Generalpachtvertrag abgeschlossen, so dass die Stadt nach Auslaufen der Verträge Verpächterin der Grundstücke ist.

Wie geht es weiter?

Ein Teil der zum Bau des Weges entlang der Fulda benötigten Grundstücke steht der Stadt zur Verfügung. Es handelt sich um die Wegeflächen entlang des Auebads, der Schulrudervereine, des Polizei-Sport-Vereins und des ehemaligen Bundesgartenschaugeländes. Weitere Gespräche mit den Wassersport treibenden Vereinen haben in konstruktiver Atmosphäre stattgefunden. Wenn alles gut läuft, kann mit dem Bau noch in diesem Frühjahr begonnen werden, gibt es keine Einigung, müssen die Kasseler mit der Erfüllung ihres Wunsches, einen durchgehenden Weg entlang der Fulda nutzen zu können, noch bis zum Herbst warten. Ende September laufen die meisten Pachtverträge mit den Vereinen ohnehin aus, so dass dann spätestens die Fuldapromenade gebaut werden kann.

In den nächsten Wochen – in jedem Fall vor Ostern – wird die Stadt alle Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung über die Fuldapromenade einladen. Dann gibt es noch einmal aus erster Hand Informationen, warum und wie der Fuldaweg geplant ist. Eingeladen sind selbstverständlich auch die Mitglieder der an und auf der Fulda Wassersport treibenden Vereine.


Kategorie: Informationen

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